Kleingartenverein Herthasee e.V.
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Verfasst am 10.06.2021 um 15:00 Uhr

Geschäfte ökologisch verrichten

Foto: Pixabay/Michael Gaida

Die zum 31. Dezember 2015 geänderte Abwasserverordnung lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Den Kleingärtnern ist es untersagt, Abwässer aus ihrer Toilette über eine Sickergrube zu entsorgen. Wenn mit Urin und Exkrementen verunreinigtes Abwasser in das Grundwasser gelangt, könnte es zu massiven Gefährdungen von Umwelt und Gesundheit kommen.

Doch es gibt Alternativen, seine Hinterlassenschaften ökologisch zu entsorgen. Den Gartenfreunden bleibt leider nichts anderes übrig, als dafür ein wenig Geld in die Hand zu nehmen. Wir sagen, welche Toiletten die Umwelt nachhaltig schonen und welche nicht.


Die Komposttoilette

Wie funktioniert sie? Eine Komposttoilette (oder auch Trockentoilette) funktioniert ohne Wasserspülung. In einen Behälter werden Rindenmulch oder Stroh gefüllt. Nach jedem Toilettengang wird nachgelegt und damit eine Vorkompostierung in Gang gesetzt. Der Mulch sorgt dafür, dass der Kot schnell trocknet. Über mehrere Monate kann der Inhalt gesammelt und danach als gehaltvoller Humus für die Gartenarbeit genutzt oder in der Biotonne entsorgt werden.

Aufwand bei der Installation? Je nach Modell müssen nur wenige Einzelteile zusammengesteckt werden.

Vorteile? Sie sparen Wasser und schonen die Umwelt.

Nachteile? Mulch oder Stroh muss immer vorrätig sein.

Tipp: Ihre Nachbarn werden sich über ein Abluftsystem zur Vermeidung von Gerüchen freuen. Die dazu benötigten Rohre können verklebt oder mit Silikon abgedichtet werden.


Die Trenntoilette

Wie funktioniert sie? Die Trenntoilette (oder auch Trockentrenntoilette) ist eine Komposttoilette, die den Urin trennt. Das Feste landet im Rindenmulchbehälter, das Flüssige wird in einen Tank geleitet. Mit Regenwasser verdünnt kann der Urin zum Düngen verwendet, der Kot einmal im Quartal als Kompost verwendet oder im Biomüll entsorgt werden.

Aufwand bei der Installation? Trenntoiletten sind platzsparend und leicht einzubauen. Jedem Hobbyhandwerker sollte die Aufstellung gelingen.

Vorteile? Trenntoiletten sind einfach, robust und günstig. Es gibt reichlich Zubehör für alle Eventualitäten und viele Modelle für die unterschiedlichsten Ansprüche und Gegebenheiten.

Nachteile? Mulch oder Stroh muss immer vorgehalten werden.


Die Chemietoilette

Wie funktioniert sie? Bei der Chemietoilette werden die Fäkalien in einem Tank gesammelt. Dann werden sie mit Formaldehyd, Glutaraldehyd oder quartären Ammoniumverbindungen zersetzt.

Aufwand bei der Installation? Werden im Garten aufgestellt.

Vorteile? Sie kann mobil genutzt werden.

Nachteile? Chemietoiletten müssen gründlich gereinigt werden. Die entstehenden Rückstände müssen in einer Sammelstelle entsorgt werden, weil die verwendeten Chemikalien giftig und umweltschädlich sind. Als Kompost dürfen sie deshalb nicht verwendet werden. Biologisch abbaubare Mittel kaschieren Geruch und Farbe, desinfizieren aber leider nicht.


Die Verbrennungstoilette

Wie funktioniert sie? Vor jeder Benutzung muss eine wasserdichte Papiertüte einlegt werden. Mitsamt der Tüte kommen die Hinterlassenschaft in eine Brennkammer, wo sie etwa eine Stunde lang bei etwa 600 Grad vernichtet werden. Nach etwa 70 Toilettengängen wird der Aschebehälter entleert.

Aufwand bei der Installation? Verbrennungstoiletten sind mit etwa 20 Kilo sehr schwer und benötigen einen Gasanschluss über 30 mbar Druck. Pro Brennvorgang werden etwa 110 Gramm Gas verbraucht.

Vorteile? Von kleinen und großen Verrichtungen bleibt nur Asche übrig, die als Dünger verwendet oder im Biomüll entsorgt werden kann.

Nachteile? Verbrennungstoiletten sind sehr teuer. Beim Verbrennen können störende Geräusche und unangenehme Gerüche entstehen. Beim laufenden Betrieb wird viel Gas verbraucht.


Quellen: gartenbista.de, gartenhaus-gmbh.de, camperstyle.net