Kleingartenverein Herthasee e.V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 05.08.2021 um 11:00 Uhr

Kompostieren für einen schönen Garten

Wer in seinem Garten kompostiert, gewinnt einen guten und vor allem natürlichen Dünger. Dabei müssen nur ein paar wenige Dinge beachtet werden: Ein humusreicher Kompost ist gut für den Boden im Garten. Er hat viele wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat oder Kalium, wodurch oft kein weiterer Dünger notwendig ist. Außerdem verbessert er unter anderem die Speicherung von Wasser und die Fruchtbarkeit. Viele gute Gründe also, ihn im Garten zu verwenden. Den eigenen Kompost herzustellen ist nicht schwer.

Foto: Carolin Brüstel

Zuallererst muss der geeignete Standort ausgesucht werden. Der Kompost sollte laut der sogenannten Kompostfibel des Umweltbundesamtes nach Möglichkeit vor extremeren Witterungen geschützt sein, also an einem schattigen und windstillen Plätzchen liegen. Dem Ratgeber zufolge sollte der Kompost auf offenen Flächen liegen, denn der Untergrund muss wasserdurchlässig sein, um Staunässe und damit Fäulnis zu vermeiden. Daher ist der normale Gartenboden am besten geeignet. So können außerdem die Würmer und andere Kleinstlebewesen ihren Weg in den Kompost finden und ihre wichtige Arbeit aufnehmen. Ist der Garten ein Kleingarten, muss zusätzlich auf den Abstand zum Nachbarn geachtet werden: Nach der Rahmengartenverordnung des Kreisverbandes muss der Kompostplatz mindestens einen halben Meter von der Nachbargrenze entfernt liegen.


Ist der richtige Ort ausgesucht, muss man entscheiden, was für eine Kompostvariante im Garten stehen soll. Der angelegte, geschichtete Komposthaufen wird auch Kompost-Miete genannt. Meistens wird er mit Holzbrettern oder Drahtkonstruktionen umrahmt, es gibt aber ebenso komplett offene Varianten. Alternativen sind unter anderem Komposter aus Kunststoff sowie Thermo- bzw. sogenannte Schnellkomposter. Sie sind isoliert, so dass mehr Wärme entsteht und dadurch der Verrottungsprozess schneller abläuft.  

Ist die Auswahl getroffen, kann das Schichten losgehen. Für einen guten, nährstoffreichen Kompost sollte eine vielfältige Mischung verwendet werden, rät die Kompostfibel des Bundesumweltamtes. Damit ist ein gutes Verhältnis von stickstoff- und kohlenstoffreichen Materialien gemeint. Also grüne Abfälle wie Grünschnitt, Obst und Gemüse sowie braune, holzige Zutaten wie Äste, Zweige oder Pappe.

Auch auf der BUGA 2021 widmet man sich dem Thema "Richtiges Kompostieren".

Foto: Carolin Brüstel

Denn durch eine gute Mischung verrotten die verwendeten Abfälle und Reste schneller. Die erste rund 10 bis 20 Zentimeter dicke Schicht wird laut der Kompostfibel in der Regel aus gröberen Bestandteilen wie Ästen und Zweigen zusammengelegt. Sie sollten vorher zerkleinert und locker geschichtet werden. Denn so entsteht eine Art Drainage, über die Wasser abfließen kann. Darüber kommen die Abfälle und Reste aus dem Garten und der Küche. Auf den Kompost dürfen Laub und Obst- und Gemüsereste. Bei Südfrüchten und Bananen sollte auf die Bioqualität geachtet werden. Dann dürfen die zerkleinerten Schalen verwendet werden. Ebenfalls erlaubt sind Pflanzenreste. Dabei können auch problemlos giftige Pflanzen zum Einsatz kommen. Wurzelunkräuter und Rasenabschnitte sollten gut vorgetrocknet werden. Ebenso können verbrauchte Blumenerde, zerkleinerte Eierschalen oder eine dünne Schicht an Kleintierstreu verwendet werden. Etwas sparsamer sollten Teebeutel und Kaffeesatzreste mit abbaubaren Filtern sowie zerkleinerte unbedruckte Pappe eingebracht werden.

Nicht auf den Kompost gehören jedoch Pflanzenreste, die von Krankheiten oder Schädlingen befallen sind, da diese nicht mit Sicherheit absterben bzw. zerstört werden und sich weiter im Garten ausbreiten könnten. Aus demselben Grund sollten ebenso samentragende Unkräuter nicht auf dem Kompost landen.  Ebenso sollten keine Reste, die Tiere anlocken könnten, verwendet werden. Dazu gehören etwa gekochte Essensreste, Fisch, Fleisch oder Knochen. Das gilt genauso für Straßendreck, Staub aus dem Staubsaugerbeutel, Katzenstreu, Kot von fleischfressenden Haustieren oder Grillkohlereste. Bei Holzasche sind sich nicht alle Ratgeber einig. Manche raten sie gar nicht zu verwenden. Andere wiederum, wie die Kompostfibel des Umweltbundesamtes, empfehlen, die Asche von unbehandeltem Holz nur in geringen Mengen in den Kompost zu geben und anschließend gut unterzumischen. Da gekaufte Schnittblumen häufig mit Pestiziden behandelt wurden, sollte diese auch nicht kompostiert werden.


Die kostenlose und als PDF herunterladbare Kompostfibel bietet zahlreiche Tipps für das Kompostieren. Sie finden sie auf der Webseite des Umweltbundesamtes:   https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/151207_stg_uba_kompostfibel_web.pdf